Der Bunkerschlag, der wirklich funktioniert
Schlagfläche öffnen, bevor Sie greifen, fünf Zentimeter hinter dem Ball eintreten und durchbeschleunigen. Dazu Fairwaybunker und eingebettete Bälle.
Der Bunkerschlag ist der einzige Golfschlag, bei dem der Ball nicht getroffen werden soll. Genau daran scheitern die meisten Amateure — und an drei Details, die sich in einer halben Stunde Übung korrigieren lassen.
Schlagfläche zuerst öffnen, dann greifen
Die Reihenfolge ist entscheidend: Zuerst die Schlagfläche öffnen, dann den Griff nehmen. Wer normal greift und danach dreht, schließt die Fläche beim Schwung wieder. Die offene Fläche bringt die Sohle des Wedges zum Gleiten, statt sie eingraben zu lassen.
Fünf Zentimeter dahinter, und dann durch
Der Schläger trifft den Sand rund fünf Zentimeter hinter dem Ball und schiebt eine Sandschicht heraus, die den Ball mitnimmt. Wichtig ist das Durchschwingen: Wer im Sand abbremst, lässt den Ball liegen. Beschleunigen bis in den Abschluss, immer.
Der Stand
Füße leicht eingegraben für Halt, Gewicht vorne, Ball leicht vorverlagert. Und: Der Körper folgt der Fußstellung, die Schlagfläche zeigt aufs Ziel. Beides gleichzeitig zu vergessen ist der häufigste Fehler.
Die Übung, die es lehrt
Eine Linie in den Sand ziehen, ohne Ball. Zehnmal so schwingen, dass der Sand genau ab der Linie herausfliegt. Erst wenn das zehnmal gelingt, kommt ein Ball fünf Zentimeter vor die Linie. Diese Übung ist wirksamer als jede Videoanalyse.
Fairwaybunker: das Gegenteil
Hier soll der Ball zuerst getroffen werden. Ein Schläger mehr, den Ball etwas hinten im Stand, Füße kaum eingraben, ruhige Beine, und den Ball sauber vom Sand nehmen. Wer im Fairwaybunker das Grün angreift statt die Bahn zurückzugewinnen, verliert über eine Saison viele Schläge.
Eingebetteter Ball
Liegt der Ball halb im Sand vergraben, wird die Schlagfläche geschlossen statt geöffnet, der Schläger senkrecht hineingeschlagen und auf einen Abschluss verzichtet. Der Ball kommt tief heraus und rollt weit — das ist normal und einzuplanen.
Nasser Sand
Nach Regen, und im deutschen Frühjahr ist das häufig der Fall, ist der Sand fest. Dann näher an den Ball heran und mit weniger Öffnung arbeiten, sonst springt die Sohle vom festen Untergrund ab und der Schläger trifft den Ball direkt.
Wo geübt werden kann
Nicht jede Driving Range hat einen Übungsbunker. Öffentliche Anlagen und die großen Golfzentren rund um München, Berlin, Hamburg und das Rheinland haben in der Regel einen Kurzspielbereich und verkaufen Tageskarten ohne Runde; Clubanlagen halten ihren Übungsbunker meist den Mitgliedern vor. Wer keinen Zugang hat, übt den Bewegungsablauf ohne Ball auf der Wiese: Der Sandkontakt fehlt, das Beschleunigen nicht.



