Shank im Winter loswerden: vier Übungen für Matte und Indoor-Golf und wo Sie einen Golflehrer finden
Der Shank ist kein Fluch, sondern ein Treffpunktproblem: Das Hosel kommt dort an, wo die Mitte der Schlagfläche sein sollte. Wer im Rangebetrieb oder im Indoor-Golf den Auslöser findet und vier einfache Übungen konsequent wiederholt, startet ohne ihn in die neue Saison.
Kurz gefasst
- Beim Shank trifft der Ball das runde Hosel statt der Schlagfläche und schießt deshalb fast im rechten Winkel weg, statt sich wie ein Slice zu krümmen.
- Im Winter kommen typische Verstärker dazu: kalte Hände und fester Griff, dicke Kleidung, die den Abstand zum Ball verändert, und Matten, die fette Treffer kaschieren.
- Fußpuderspray auf der Schlagfläche, der Test mit dem hängenden Arm und ein Video von hinten zeigen in zehn Minuten, welcher der fünf Auslöser Ihrer ist.
- Auf dem Platz einen Zentimeter weiter weg stehen, das Gewicht auf den Fersen halten und sanfter schwingen; Golflehrer in Ihrer Nähe finden Sie über die Suche der PGA of Germany.
November auf der Driving Range, die Finger klamm, die Matte unter den Füßen hart. Sie schlagen ein Eisen 8, der Schwung fühlt sich ordentlich an, und dann zischt der Ball flach und fast im rechten Winkel nach rechts weg, gegen die Trennwand der Nachbarbox oder ins Netz. Kein Slice, kein Topper, sondern dieses metallische, dumpfe Geräusch, das jeder Golfer sofort erkennt: ein Shank, mancherorts auch Socket genannt. Das Unangenehme daran ist weniger der eine Ball als das, was danach im Kopf passiert. Man greift fester, schwingt vorsichtiger, und genau das macht den nächsten Shank wahrscheinlicher. Dabei ist dieser Fehlschlag gut erklärbar und noch besser behebbar. Er hat eine einzige mechanische Ursache, eine Handvoll typischer Auslöser und einige Übungen, die sich gerade in der Winterpause hervorragend auf der Matte oder im Indoor-Golf trainieren lassen. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie herausfinden, woher Ihr Shank kommt, wie Sie ihn über den Winter abtrainieren und wie Sie eine Runde retten, wenn er doch einmal auftaucht.
Der Shank ist ein Treffpunkt, kein Schwungstil
Schauen Sie sich ein Eisen von oben an. Dort, wo der Schaft in den Schlägerkopf übergeht, sitzt ein gebogener Hals, das Hosel. Beim Shank trifft der Ball nicht die Schlagfläche, sondern genau diese Rundung, bestenfalls noch die äußerste Fersenkante. Weil das Hosel rund ist, prallt der Ball zur Seite ab, bei Rechtshändern nach rechts, bei Linkshändern nach links.
Daraus folgt eine erfreulich einfache Diagnose: Egal wie Ihr Schwung aussieht, im Treffmoment lag das Hosel dort, wo eigentlich die Mitte der Schlagfläche hätte sein sollen. Der Schlägerkopf war im Treffmoment also weiter von Ihrem Körper entfernt als beim Ansprechen, oft nur zwei bis drei Zentimeter. Jede Korrektur, die funktioniert, sorgt im Kern dafür, dass der Schlägerkopf auf dem Rückweg nicht nach außen wandert oder wieder näher zu Ihnen kommt.
Deshalb hilft auch kein Rezept gegen den Slice. Beim Slice ist die Schlagfläche offen zur Schwungbahn, der Ball startet halbwegs gerade und krümmt sich dann. Beim Shank startet der Ball sofort in die falsche Richtung und fliegt danach ziemlich gerade weiter. Wer beide Fehler verwechselt, arbeitet am falschen Problem.
Warum der Shank so gern im Winter kommt
Viele Golfer berichten, dass der Shank sie ausgerechnet im Wintertraining erwischt. Das hat handfeste Gründe.
Kalte Hände, fester Griff. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt packt man den Schläger instinktiv kräftiger. Ein verkrampfter Griff blockiert die Unterarmrotation, die Schlagfläche schließt sich nicht rechtzeitig, und die Hände schieben sich Richtung Ball, um den Schlag noch zu retten.
Dicke Kleidung. Mit Thermojacke und zwei Lagen darunter verändert sich die Ansprechhaltung, ohne dass man es merkt. Oft stehen Spieler dann näher am Ball, weil die Arme weniger frei hängen. Schon ein paar Zentimeter genügen.
Die Matte verzeiht zu viel. Auf der Abschlagmatte im Rangebetrieb gleitet der Schläger über die Oberfläche, auch wenn er etwas zu früh aufsetzt. Das Ergebnis sieht dann noch passabel aus, und man achtet nur auf die Flugkurve statt auf den Treffpunkt. Genau dort beginnt die schleichende Wanderung zur Ferse.
Zu viele Bälle, zu wenig Pause. Wer in einer Stunde drei Körbe durchschlägt, um warm zu bleiben, wird gegen Ende müde. Müdigkeit verlagert das Gewicht auf die Fußballen, und damit sind wir bei den eigentlichen Auslösern.
Die fünf häufigsten Auslöser
Golflehrer sehen immer wieder dieselben Muster. Bei den meisten Shankern steckt eines davon dahinter, manchmal zwei zugleich.
- Falscher Abstand zum Ball. Steht der Ball zu nah an den Füßen, bleibt kein Platz, und die Hände müssen im Abschwung nach außen ausweichen. Liegt er zu weit weg, kippt das Gewicht während des Schwungs nach vorn, um ihn zu erreichen. Beides endet am Hosel.
- Gewicht wandert auf die Zehen. Der Klassiker bei Amateuren. Beim Ansprechen ruht das Gewicht mittig, im Abschwung rutscht es Richtung Fußballen, der Oberkörper nähert sich dem Ball, und die Hände gehen mit. Besonders häufig passiert das auf der zweiten Runde des Tages oder bei einem Ball, der unterhalb der Füße liegt.
- Aufrichten im Durchschwung. Schiebt sich die Hüfte im Abschwung zum Ball, im Fachjargon Early Extension, schrumpft der Raum zwischen Körper und Ball. Die Arme werden nach außen gedrückt, der Schlägerkopf folgt.
- Eine Schwungbahn, die nach außen geht. Bei manchen wirft der Oberkörper den Schläger zu Beginn des Abschwungs nach außen. Andere, häufig bessere Spieler, kommen extrem von innen, lassen die Schlagfläche offen und schieben die Hände zum Ball, um zu korrigieren. Unterschiedlicher Weg, gleiches Ergebnis.
- Anspannung. Nach dem ersten Shank greifen viele fester und schwingen langsamer. Arme und Körper verlieren die Verbindung, die Fläche bleibt offen. So nährt sich der Fehler selbst, und deshalb treten Shanks oft in Serie auf.
Zehn Minuten Diagnose an der Matte
Bevor Sie Übungen auswählen, lohnt sich eine kurze Bestandsaufnahme. Mit Raten verschwenden Sie einen ganzen Winter.
Den Treffpunkt sichtbar machen. Sprühen Sie die Schlagfläche eines Eisens 7 dünn mit Fußpuderspray aus der Drogerie ein oder kleben Sie Treffpunktfolie auf. Schlagen Sie fünf Bälle und schauen Sie nach jedem Schlag auf die Fläche. Sammeln sich die Abdrücke an der Ferse, dicht am Hosel, dann ist der Shank kein Zufall, sondern das Extrem einer ganzen Serie knapper Treffer. Das ist eigentlich eine gute Nachricht: Was den Shank beseitigt, macht auch Ihre normalen Schläge satter.
Den Abstand prüfen. Gehen Sie mit dem Eisen 7 in Ihre gewohnte Ansprechposition. Lösen Sie dann die untere Hand vom Griff und lassen Sie den Arm locker hängen. Er sollte ungefähr zwischen der oberen Hand und dem Oberschenkel baumeln. Hängt er deutlich hinter Ihren Händen, greifen Sie zu weit nach dem Ball. Berühren die Hände fast die Oberschenkel, stehen Sie zu nah. Machen Sie diesen Test einmal mit Winterjacke und einmal ohne.
Ein Video von hinten. Legen Sie das Smartphone hinter sich auf Hüfthöhe, ausgerichtet entlang der Ziellinie. Vergleichen Sie nur zwei Standbilder: die Ansprechposition und den Treffmoment. Hat sich die Gürtelschnalle Richtung Ball bewegt oder der Kopf gehoben, kennen Sie Ihren Auslöser.
Vier Übungen für den Rangebetrieb im Winter
Jede Übung zielt auf einen der Auslöser. Wählen Sie die, die zu Ihrer Diagnose passt, und beginnen Sie mit halben Schwüngen und einem Wedge oder Eisen 9. Erst wenn zehn Bälle in Folge sauber sind, gehen Sie zum vollen Schwung über.
Das Tor außen. Legen Sie einen zweiten Ball oder eine Schlägerhaube etwa vier Zentimeter jenseits des Balls, den Sie schlagen wollen, also auf der Ihnen abgewandten Seite. Treffen Sie den inneren Ball, ohne den äußeren zu berühren. Fliegen beide, ist der Schläger nach außen gewandert. Die Übung wirkt so gut, weil das Feedback sofort kommt und das Gehirn von selbst die Spitze der Schlagfläche sucht. Auf einer Matte funktioniert sie mit einer Haube besser als mit einem Ball, weil der äußere Ball gern wegrollt.
Mit der Spitze zielen. Sprechen Sie den Ball bewusst mit der Spitze des Schlägers an statt mit der Mitte. Viele Shanker treffen auf diese Weise plötzlich genau die Mitte. Das fühlt sich für ein Dutzend Bälle seltsam an, dann wird das Gefühl zur Referenz, die Sie im Frühjahr mit auf den Platz nehmen.
Gewicht auf die Fersen. Schlagen Sie halbe Schläge, während Sie die Zehen im Schuh leicht anheben. Kann das Gewicht nicht nach vorn, kann auch der Körper nicht zum Ball kippen. Zehn Bälle so, danach zehn normale, und dabei das Fersengefühl beibehalten. Diese Übung eignet sich übrigens auch im Wohnzimmer ohne Ball, vor einem Spiegel.
Kontakt nach hinten. Stellen Sie Ihr Golfbag oder einen Stuhl so hinter sich, dass Ihr Gesäß ihn beim Ansprechen leicht berührt. Schwingen Sie langsam und halten Sie den Kontakt bis durch den Treffmoment. Das hält die Hüfte zurück und den Raum vor Ihnen frei. Zuerst ohne Ball, dann mit lockeren Schlägen. In einer Indoor-Box mit wenig Platz ist das eine der sichersten Übungen überhaupt.
Bei allen vier Übungen gilt: Lockern Sie den Griff. Auf einer Skala von eins bis zehn sollte er bei etwa vier liegen, fest genug zur Kontrolle, locker genug, damit die Unterarme drehen können. Im Winter helfen Handwärmer in der Jackentasche zwischen den Schlägen mehr als jeder technische Gedanke.
Wo Sie den Shank in Deutschland über den Winter loswerden
Eine Stunde beim Golflehrer. Der Shank gehört zu den Fehlern, die ein Pro am schnellsten behebt, weil die Ursache auf Video meist eindeutig ist. Über die Suche „Professional finden“ auf der Website der PGA of Germany (pga.de) finden Sie Golflehrerinnen und Golflehrer in Ihrer Nähe. Sagen Sie gleich zu Beginn, dass Sie wegen eines Shanks kommen; das spart die halbe Stunde. Wie Sie eine Stunde vorbereiten und mehr herausholen, steht in unserem Beitrag über Golfstunden. Der Winter ist dafür die beste Zeit, weil die Terminkalender der Pros dann luftiger sind als im Mai.
Der Rangebetrieb im Winter. Viele Anlagen halten die Driving Range mit Abschlagmatten auch dann offen, wenn der Platz geschlossen ist oder auf Wintergrüns gespielt wird. Gerade dann ist die Range ruhig, und Sie können in Ruhe an einer Sache arbeiten statt an zehn. Wie Sie eine Rangestunde gliedern, damit sie mehr bringt als Bälle zu dreschen, zeigt unser Beitrag zum Range-Training.
Indoor-Golf und Simulator. Indoor-Anlagen mit Simulator oder Launchmonitor zeigen zwar nicht immer den Treffpunkt auf der Fläche, aber die Startrichtung des Balls, und ein Shank ist dort unübersehbar. Mit Fußpuderspray in der Tasche wird daraus eine vollständige Trainingseinheit. Eine Einschränkung: Auf der Matte prallt der Schläger ab, ein leicht fetter Treffer sieht dann noch gut aus. Achten Sie auf den Abdruck auf der Fläche, nicht auf die Flugkurve auf dem Bildschirm.
Gerade erst Platzreife oder Platzerlaubnis gemacht? Dann ist der Shank häufig ein Zeichen, dass sich Griff und Ansprechposition seit dem Kurs verschoben haben. Gehen Sie zuerst die Grundlagen in unserem Beitrag zu Griff und Ansprechposition durch und bitten Sie den Golflehrer, bei dem Sie den Kurs gemacht haben, um eine kurze Kontrolle. Viele Einsteiger schämen sich für den Shank, dabei erwischt er Handicap 54 genauso wie Spieler im einstelligen Bereich.
Wenn der Shank auf der Runde kommt
Übungen gehören auf die Range. Auf dem Platz, auch bei einer Winterrunde auf Wintergrüns, brauchen Sie etwas Einfacheres, das den nächsten Schlag rettet, ohne den ganzen Schwung neu aufzurollen.
- Einen Zentimeter weiter weg stellen. Die schnellste Änderung und die, die am wenigsten neue Fehler erzeugt.
- Gewicht auf die Fersen schon beim Ansprechen, dazu ein etwas kürzerer, ruhigerer Schwung.
- Auf die Innenseite des Balls schauen, also auf den Teil, der Ihnen am nächsten ist. Die Augen lenken den Schläger oft mit.
- Einen Schläger mehr nehmen und sanfter schwingen. Kraft zieht den Körper zum Ball. Ein Dreiviertelschwung mit zwei Dritteln Tempo shankt deutlich seltener.
- Rund ums Grün putten oder rollen lassen, wenn ein kurzer Pitch auf einmal bedrohlich wirkt. Ein Chip and Run mit dem Eisen 7 nimmt das Hosel aus dem Spiel, bis die Runde vorbei ist.
Und zu den Regeln: Landet ein Shank hinter den weißen Pfählen, ist der Ball im Aus, und grundsätzlich gilt Schlag und Distanzverlust. Manche deutsche Anlagen haben aber die Musterplatzregel E-5 aus den Golfregeln von R&A und USGA eingeführt. Sie erlaubt, gegen zwei Strafschläge in der Nähe der Stelle zu droppen, an der der Ball ins Aus gegangen ist, statt zurückzugehen. Sie gilt nur, wenn die Spielleitung sie in Kraft gesetzt hat, und ist für das allgemeine Spiel gedacht, nicht für Wettspiele auf hohem Niveau. Schauen Sie vor der Runde in die Platzregeln am Aushang oder fragen Sie im Sekretariat.
Ihr Winterplan gegen den Shank
- Die Ursache: Das Hosel kommt dort an, wo die Mitte der Schlagfläche sein sollte. Der Schlägerkopf ist im Treffmoment weiter von Ihnen weg als beim Ansprechen.
- Der Wintereffekt: kalte Hände, fester Griff, dicke Jacke, eine Matte, die Fehler kaschiert.
- Die Diagnose: Fußpuderspray auf der Fläche, der Test mit dem hängenden Arm, ein Video von hinten.
- Die Übungen: das Tor außen, mit der Spitze zielen, Gewicht auf die Fersen, Kontakt nach hinten.
- Auf dem Platz: etwas weiter weg stellen, Fersen spüren, Innenseite des Balls anschauen, sanfter schwingen.
Beim nächsten Besuch im Rangebetrieb nehmen Sie eine Dose Fußpuderspray, eine Schlägerhaube und Handwärmer mit. Markieren Sie die Fläche, schlagen Sie fünf Bälle mit dem Eisen 7 und schauen Sie, wo die Abdrücke liegen. Sitzen sie an der Ferse, bauen Sie das Tor auf und schlagen Sie zwanzig halbe Wedges, ohne die Haube zu berühren. Das sind fünfzehn Minuten. Wiederholen Sie das einmal pro Woche bis Februar, und der Shank ist im April kein Thema mehr, oder zumindest nicht mehr die Angst davor.






