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Turniere

Stableford, Lochspiel, Vierer: die Spielform wählen

Die Spielform ist die am leichtesten zu ändernde Variable im Golf und die am seltensten geänderte. Sie kostet nichts und verändert Dauer, Laune und Entscheidungen.

La rédaction Panxis Golf, Deutschland-Desk (Thomas Berger) · · 6 min
Vier Golfer auf dem Grün bei klarem Himmel
Photo Mick Haupt / Pexels

Kurz gefasst

  • Stableford macht aus einer 96 zweiunddreißig Punkte und eine Runde zu Ende.
  • Im Lochspiel spielt man den Gegner, nicht die Karte.
  • Im Scramble eine Mindestzahl gewählter Abschläge pro Spieler festlegen.
  • Der Vierer dauert drei Stunden und lehrt Platzmanagement.
  • Neun Löcher im Stableford zählen für das Handicap.

Amateurgolf wird meist als Zählspiel gespielt, jene Form, die Amateuren am wenigsten entgegenkommt. Ein Katastrophenloch ruiniert die Karte, die Runde dauert viereinhalb Stunden, und alle lochen aus einem Meter auf einem längst verlorenen Loch. Ihr Club spielt bessere Formen jede Woche.

Die Spielform ist die am leichtesten zu ändernde Variable im Golf und die am seltensten geänderte. Sie kostet nichts, verlangt keine Technik und verändert gleichzeitig drei Dinge: die Dauer der Runde, die Wahrscheinlichkeit, dass sie Spaß macht, und die Entscheidungen, die man auf dem Platz trifft.

Stableford

Punkte gegen Par mit Vorgabe: zwei für ein Netto-Par, drei für ein Netto-Birdie, eines für ein Netto-Bogey, darunter nichts. Ein Katastrophenloch kostet zwei Punkte statt sechs Schläge, und man hebt auf, sobald nichts mehr zu holen ist. Aus einer entmutigenden 96 werden 32 Punkte und eine Runde, die man zu Ende spielt.

Der Nebeneffekt ist Tempo. Weil ein Loch, an dem nichts mehr zu holen ist, aufgegeben wird, entfallen genau jene Schläge, die eine Runde in die Länge ziehen: die dritte Suche im Wald, der vierte Versuch aus dem Bunker, der Putt zum Achter. Auf deutschen Anlagen ist Stableford deshalb die verbreitetste Turnierform, und das aus gutem Grund.

Für den Kopf tut die Form noch etwas anderes. Sie belohnt Angriff dort, wo er sich lohnt, weil ein Netto-Birdie drei Punkte bringt und ein Doppelbogey nicht mehr kostet als ein Doppel-Doppelbogey. Wer im Zählspiel vorsichtig spielt, sollte im Stableford genau umgekehrt entscheiden.

Lochspiel

Gewinnen, verlieren oder teilen, und der Zähler beginnt jedes Loch neu. Eine 9 am vierten kostet ein Loch, genau wie ein Bogey. Es belohnt Mut im richtigen Moment und verzeiht den Rest, weshalb Clubmeisterschaften im K.-o.-System danach gespielt werden.

Die Taktik ist eine andere als im Zählspiel, und das ist der Reiz. Spielen Sie den Gegner, nicht die Karte: Steht er schlecht, legen Sie den Ball in die Fairwaymitte und auf die Grünmitte und lassen ihn Sie schlagen. Sind Sie drei Löcher vor Schluss ein Loch hinten, nehmen Sie das Risiko an, weil ein geteiltes Loch Ihnen nichts mehr nützt.

Prüfen Sie vor dem Start die Vorgabenverteilung. Clubpokale werden meist über einen Prozentsatz der Differenz der Spielvorgaben gespielt, verteilt nach dem Stroke Index der Löcher, und erstaunlich viele Matches entscheiden sich, weil ein Spieler nicht wusste, wo seine Vorgabenschläge liegen.

Scramble

Alle schlagen ab, das Team wählt den besten Ball, alle spielen von dort weiter. Schwächere steuern Putts bei, Stärkere sichern die Abschläge, und niemand sucht den ganzen Tag Bälle. Die Form für Firmenturniere und Charity-Tage mit Handicaps zwischen 6 und 28.

Es ist auch die beste Form, um jemanden mitzunehmen, der neu anfängt. Ein Einsteiger trägt drei- oder viermal pro Runde den gewählten Ball bei, spielt jeden Schlag von einer guten Lage und hält die Gruppe nie auf. Wer schon einmal versucht hat, einem Anfänger im Zählspiel eine Freude zu machen, kennt den Unterschied.

Eine Regel macht den Scramble besser: Legen Sie vorher fest, dass von jedem Spieler eine Mindestzahl von Abschlägen gewählt werden muss, meist drei oder vier. Sonst spielt das Team achtzehn Löcher mit dem Drive derselben Person, und die anderen drei sind Zuschauer.

Vierball und Vierer

Im Vierball spielt jeder seinen eigenen Ball und das bessere Ergebnis zählt. Im Vierer teilen sich zwei Partner einen Ball und schlagen abwechselnd: schnell, spannungsreich, rund drei Stunden, und lehrreicher für das Platzmanagement als ein Monat Zählspiel.

Der Vierer ist die unterschätzteste Form im Amateurgolf. Er dauert kaum drei Stunden, was ihn zur einzigen realistischen Wettspielform für Berufstätige mit Kindern macht, und er lehrt Rücksicht auf den nächsten Schlag, weil ihn jemand anderes spielt. Wer im Vierer regelmäßig antritt, trifft auch allein bessere Entscheidungen.

Er verlangt allerdings eine Absprache vor dem ersten Abschlag: wer die geraden und wer die ungeraden Löcher abschlägt, und vor allem, wie man miteinander redet, wenn es schlecht läuft. Vierer werden häufiger durch Schweigen verloren als durch Schläge.

Und für zwei Stunden nach Feierabend

Neun Löcher im Stableford sind das Format, das in Deutschland am stärksten wächst und am wenigsten beworben wird. Sie zählen für das Handicap, sie kosten auf den meisten Anlagen deutlich weniger als die Hälfte einer Achtzehn-Loch-Runde, und sie passen in einen Sommerabend zwischen Arbeit und Abendessen.

Dazu kommen die Kurzplätze und die Neun-Loch-Anlagen, auf denen jedes Grün erreichbar ist. Für eine Runde mit einem Kind, mit einem Einsteiger oder für eine Stunde konzentriertes kurzes Spiel sind sie das Beste, was das deutsche Angebot hergibt, und sie verlangen selten mehr als eine Platzreife.

Welche Form für welchen Tag

  • Allein oder zu zweit, für eine echte Prüfung: Zählspiel.
  • Clubturnier oder eine Runde, die gut enden soll: Stableford.
  • Gleich starker Partner und eine Wette: Lochspiel.
  • Gemischte Stärken, Firmentag, ein Einsteiger dabei: Scramble.
  • Zwei Stunden Zeit und ein Partner: Vierer.
  • Ein Sommerabend nach der Arbeit: neun Löcher im Stableford.

Die Formen für eine Privatrunde

Auch ohne Turnier lässt sich die Form wechseln, und zu viert lohnt das fast immer. Drei Varianten funktionieren zuverlässig.

Der Vierball als Wette, zwei gegen zwei, mit Vorgaben nach Stroke Index: Das ist die geselligste Form, sie hält bis zum letzten Loch spannend, und niemand ist nach einem schlechten Loch aus dem Spiel.

Der Texas Scramble mit einer Mindestzahl gewählter Abschläge pro Spieler, wenn die Handicaps weit auseinanderliegen. Und, für zwei Personen mit wenig Zeit, der Vierer über neun Löcher, der in gut anderthalb Stunden gespielt ist und trotzdem eine Karte ergibt.

Was in einer Privatrunde ausdrücklich erlaubt ist und in Deutschland zu selten getan wird: den Ball aufheben, sobald ein Loch verloren ist. Es beschleunigt die Runde, es schont die Laune, und im Stableford ist es ohnehin die vorgesehene Handlung.

Wo Sie diese Formen in Deutschland spielen

Die meisten deutschen Clubs spielen wöchentliche Stableford-Turniere, Clubmeisterschaften im Zählspiel mit Klassen nach Handicap sowie einen Lochspielpokal, dazu eine Mannschaftssaison. Das Sekretariat führt den Kalender, und das Nenngeld liegt meist bei wenigen €.

Vierer und Vierball finden sich vor allem im Mannschaftsgolf: Die Ligen des Deutschen Golf Verbands und der Landesgolfverbände spielen überwiegend genau diese Formen, was für viele Mitglieder der eigentliche Einstieg in ernsthaften Wettkampf ist. Fragen Sie im Winter beim Sportwart nach, wann die Mannschaften zusammengestellt werden.

Scrambles laufen in Deutschland überwiegend als Firmen- und Charity-Turniere, und viele Anlagen nehmen dafür auch Gäste ohne greenfee-de/“>Mitgliedschaft auf. Wenn Sie eine Gruppe mit sehr unterschiedlichen Handicaps zusammenbringen wollen, ist das der Weg.

Wenn Ihnen das Handicap wichtig ist, fragen Sie vor der Anmeldung, welche Turniere vorgabewirksam sind. Neun-Loch-Runden sind es in der Regel ebenfalls, Scrambles dagegen nicht.

Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Clubs oder Verbänden.

Was die Form mit dem Handicap macht

Vorgabewirksam sind in Deutschland Zählspiel und Stableford über achtzehn oder neun Löcher, gespielt unter den vorgeschriebenen Bedingungen. Wer sein Handicap bewegen will, spielt also genau die Formen, die ohnehin im Clubkalender stehen.

Lochspiel, Scramble und Vierer zählen dagegen in der Regel nicht, und das ist kein Nachteil, sondern eine Erleichterung: Man kann in diesen Formen spielen, ohne dass ein schlechter Tag Folgen hat, und genau deshalb eignen sie sich zum Ausprobieren.

Fragen Sie nach dem Turnierkalender

Er hängt im Clubhaus aus und steht auf der Website, und die wenigsten Mitglieder lesen ihn. Wer sich am Anfang der Saison drei Termine notiert und sich anmeldet, spielt am Jahresende mehr Golf, besseres Golf und in mehr verschiedenen Formen als jemand, der auf die passende Gelegenheit wartet.

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