Wintertraining auf zwei Quadratmetern: Matte, Stick, Spiegel und Swiss Golf zum Winterscore
Puttingmatte, Alignment Stick und Spiegel auf zwei Quadratmetern, zwanzig Minuten an drei Abenden pro Woche: was jedes Objekt zeigt, wo in der Schweiz der Winter die Saison beendet, und was die Handicap-Regeln von Swiss Golf zu Haupt- und Nebensaison und zu Wintergrüns sagen.
Irgendwann im November hängt am Eingang des Platzes das Schild mit der Wintersperre, und die Schläger wandern in den Estrich oder in die Garage. Dort bleiben sie bis zum ersten frostfreien Samstag im März, und die ersten drei Runden des Frühlings gehen damit drauf, die Ansprechposition wiederzufinden und die Ein-Meter-Putts wieder zu lochen. Das muss nicht sein. Was zwischen Nachtessen und Nachrichten in einer Stube Platz hat, reicht für den Teil des Spiels, der Schläge kostet: eine Puttingmatte, ein Alignment Stick und ein Spiegel, auf gut zwei Quadratmetern Boden, zwanzig Minuten lang, an drei Abenden pro Woche. Was jedes Objekt zeigt, wie der Abend abläuft, und wo in der Schweiz der Winter die Saison beendet, inklusive dem, was Swiss Golf zu Winterscores sagt.
Warum zwei Quadratmeter mehr bringen als die Simulatorstunde alle drei Wochen
Indoor-Anlagen mit Simulator gibt es in der Deutschschweiz inzwischen in den grösseren Städten und in manchen Golfparks, buchbar pro Box und Stunde. Das ist gut, und es hat einen Haken: die Häufigkeit. Wer alle drei Wochen eine Stunde lang volle Schwünge auf eine Leinwand schlägt, hat einen schönen Abend, aber keinen Trainingsplan. Ein Handicap bewegt sich durch kleine, oft wiederholte Arbeit an den Dingen, die Schläge kosten, und bei fast allen Amateurinnen und Amateuren sind das drei: die Ansprechposition, die Startrichtung des Balls und die kurzen Putts. Keines davon braucht einen fliegenden Ball. Standen die Füsse parallel zur Ziellinie? Ist der Putt auf der Linie gestartet? Das sind Ja-Nein-Fragen, und drei günstige Objekte beantworten sie jeden Abend, ohne dass Sie dafür einen Franken für Simulatorstunden ausgeben.
Zuerst der Spiegel: die Ansprechposition, die den Winter überleben muss
Die Reihenfolge ist Absicht. Der Spiegel kommt zuerst, weil Matte und Stick nur so viel taugen wie die Haltung, aus der Sie sie benutzen. Ein an die Wand gelehnter Garderobenspiegel genügt. Seitlich zum Spiegel prüfen Sie drei Dinge: Die Neigung des Oberkörpers kommt aus der Hüfte und nicht aus einem runden Rücken, die Arme hängen locker unter den Schultern, die Knie sind so weit gebeugt, dass Sie aus dieser Stellung hüpfen könnten. Frontal zum Spiegel folgen Ballposition je nach Schläger, Schulterlinie, und beim Driver die vordere Schulter sichtbar höher als die hintere. Fürs Putten zeigt ein flach unter den Ball gelegter Handspiegel, ob die Augen über dem Ball stehen.
Der eigentliche Wert des Spiegels liegt im Vergleich. Gehen Sie wie gewohnt in die Ansprechposition, schauen Sie hin, korrigieren Sie. Dann schliessen Sie die Augen, nehmen die Haltung nach Gefühl ein, öffnen die Augen und schauen, wie weit Sie abgedriftet sind. Der Abstand zwischen dem, was Sie fühlen, und dem, was Sie sehen, ist das, woran der Winter arbeitet. Im März sollte er klein sein.
Der Alignment Stick: 117 Zentimeter Fiberglas gegen das Zielen daneben
Ein Alignment Stick ist ein Fiberglasstab von rund 117 Zentimetern, meist im Zweierpack verkauft. Der Fehler, den er korrigiert, ist der häufigste im Amateurgolf: Man zielt woandershin, als man glaubt. Legen Sie den Stab entlang Ihrer Zehenlinie auf den Boden, gehen Sie auf ein gedachtes Ziel am anderen Ende der Stube in die Ansprechposition und schauen Sie hinunter. Die meisten stellen fest, dass die Füsse deutlich rechts oder links von dort hinzeigen, wo sie das Ziel vermutet haben. Der zweite Nutzen ist die Schwungebene: Lehnen Sie den Stab im Winkel Ihres Schafts an die Wand und machen Sie daneben langsame halbe Schwünge. Es geht nur darum, ob der Schläger ungefähr auf derselben Linie zurück- und wieder hinuntergeht, und der Stab zeigt das in Echtzeit, im Augenwinkel, ohne Blick aufs Display.
Eine Warnung, die drinnen wichtiger ist als draussen. Nach Regel 10.2b(3) der Golfregeln dürfen Sie während einer Runde keinen Gegenstand auf den Boden legen, der Ihnen beim Ausrichten oder beim Einnehmen des Stands hilft; seit der Ausgabe 2023 lässt sich die Strafe auch nicht vermeiden, indem man den Gegenstand vor dem Schlag wieder wegnimmt. Die Gewohnheit, die der Stab aufbaut, muss also ohne ihn auskommen. Üben Sie deshalb beides: gegen den Stab in den Stand gehen, dann ohne Stab, und erst danach kontrollieren.
Die Puttingmatte: das Loch misst auch in der Stube 10,8 Zentimeter
Die Matte ist die einzige Anschaffung in diesem Plan, die fast unverzichtbar ist, und sie muss nicht aufwendig sein. Nützlich sind eine ebene Oberfläche, auf der der Ball gerade rollt, eine Länge von mindestens zwei Metern und ein Loch in der Grösse eines echten: 10,8 Zentimeter Durchmesser, so steht es in den Definitionen der Golfregeln. Aufgedruckte Distanzmarken helfen, weil die Übungen davon abhängen, dass Sie wissen, wie weit Sie vom Loch weg sind.
Zwei Übungen decken ab, wofür die Matte da ist. Die erste ist reine Wiederholung aus einem Meter: zehn Putts hintereinander lochen, beim ersten Fehlschlag wieder bei null anfangen, bei zehn aufhören. Die Matte ist der einzige Ort, an dem Sie in einem Monat dreihundert davon spielen. Die zweite Übung ist das Tor: zwei Tees oder zwei Fünfliber, knapp breiter als der Putterkopf, etwa dreissig Zentimeter vor dem Ball. Geht der Putter durch, ohne anzustossen, war die Schlagfläche rechtwinklig und der Weg vernünftig. Streift er eine Münze, haben Sie gefunden, woran Sie arbeiten müssen, und zwar ohne Pro. Was die Matte nicht lehrt, ist das Tempo: Teppich und Kunstrasen verhalten sich nicht wie ein Grün im April. Die Distanzkontrolle gehört in die erste Woche, in der das Übungsgrün wieder offen ist.
Der Abend in drei Blöcken: zwanzig Minuten, immer in derselben Reihenfolge
- Minute 1 bis 5, Spiegel und Stick: fünf Ansprechpositionen mit einem mittleren Eisen, fünf mit dem Driver, jede seitlich und frontal kontrolliert; die letzten zwei pro Schläger mit geschlossenen Augen einnehmen und vergleichen.
- Minute 6 bis 15, Matte: die Ein-Meter-Serie, zehn in Folge, danach zwanzig Putts durch das Tor. Bleibt das Tor sauber, rücken die Münzen enger zusammen.
- Minute 16 bis 20, langsame Schwünge: halbe Schwünge neben dem Stab oder vor dem Spiegel, ohne Ball. Ein gefaltetes Frottiertuch unter dem hinteren Oberarm hält für die letzten Schwünge den Arm am Körper.
Drei Abende pro Woche sind das ehrliche Ziel: Kürzere, häufigere Einheiten schlagen die eine lange. Von der Wintersperre im November bis zur Platzöffnung Ende März ergibt das gut vierzig Stunden Arbeit an den drei Dingen, die Sie am meisten Schläge kosten.
Was Sie zu Hause bleiben lassen
Volle Schwünge in der Wohnung sind der Punkt, an dem das Wintertraining schiefgeht. Bei einer Raumhöhe von rund 2,40 Metern kommt der Driver der Decke näher, als man denkt, und im Durchschwung geraten Lampe, Fensterbank und die Person daneben in Reichweite. Wer zu Hause Bälle schlagen will, nimmt Schaumstoffbälle in ein Netz oder in eine aufgehängte Wolldecke und misst vorher trotzdem die Deckenhöhe. Und widerstehen Sie der Versuchung, in den dunklen Monaten den Schwung nach Videos umzubauen: Spiegel und Stab sind für Haltung und Ausrichtung da, also für Dinge, die Sie selbst sehen und korrigieren können. Änderungen an Ebene und Bewegungsablauf brauchen einen Pro und einen Ballflug, der sie bestätigt.
Wo der Winter in der Schweiz die Saison beendet, und was Swiss Golf zum Winterscore sagt
Im Mittelland und in den Voralpen entscheidet nicht der Kalender über die Saison, sondern der Frost am Morgen. Viele Clubs geben ihre Saison mit etwa Ende März bis Mitte November an; der Golfclub Interlaken-Unterseen etwa nennt genau diesen Zeitraum. Dazwischen liegt die Wintersperre oder, wo der Platz offen bleibt, der Winterbetrieb: Wintergrüns, also provisorisch gemähte Flächen vor dem eigentlichen Grün, Abschläge von der Matte, und an Frosttagen die Sperre ohne Diskussion.
Für das Handicap ist das keine Nebensache. Die Handicap-Regeln von Swiss Golf, gültig ab Januar 2024, kennen eine Hauptsaison, in der handicapwirksame Ergebnisse eingereicht werden müssen, und eine Nebensaison, in der das nicht möglich ist. Festgelegt werden beide wegen der geografischen Unterschiede nicht landesweit, sondern von der Handicap-Kommission des jeweiligen Clubs. Ein Ergebnis zählt nach Regel 2.1 nur, wenn es in der Hauptsaison erspielt wurde, oder ausnahmsweise in einer Runde der Nebensaison, die vorab als handicapwirksam ausgeschrieben war. Swiss Golf fasst es auf seiner Website in einem Satz zusammen: Die Runde muss während der aktiven Saison gespielt werden. Zu den Wintergrüns sagt die Interpretation 2.1/3 derselben Regeln, dass Ergebnisse mit höchstens einem provisorischen Grün pro neun Löcher im Allgemeinen handicapwirksam bleiben; ob mehr davon oder Besserlegen noch zählt, entscheidet Swiss Golf. Wer also im Dezember auf dem eigenen Platz eine private Runde spielt, fragt am besten im Sekretariat, ob die Hauptsaison noch läuft, bevor er sie als General-Play-Runde anmeldet, mit der EDS-Karte oder in der Swiss Golf App.
Und dann gibt es die Schweiz, in der die Saison nicht endet. Im Tessin wirbt der Kanton damit, dass sich dank des milden und sonnigen Klimas das ganze Jahr über Golf spielen lässt, mit den 18-Loch-Plätzen in Ascona, Losone und Magliaso bei Lugano. Der Platz in Ascona etwa ist auch im Winter geöffnet, verschiebt bei Frost die Öffnungszeiten und hält Ruhetage vom 25. Januar bis zum 15. Februar. In der Genferseeregion und im Chablais werben einzelne Anlagen mit einem milden Mikroklima und ganzjährigem Betrieb. Eine Februarrunde auf einem echten, kalten, langsamen Grün lehrt das Tempo, das die Matte nicht lehren kann. Rufen Sie vorher an; der Frost am Morgen entscheidet, nicht die Website.
Dazwischen liegen die Indoor-Anlagen, in der Regel pro Box und Stunde abgerechnet und nicht pro Person, was aus einem Abend zu viert eine bezahlbare Sache macht. Eine Stunde im Monat prüft, ob die Arbeit zu Hause ankommt; sie ersetzt sie nicht. Bei 121 Clubs und rund 103’000 Aktivmitgliedern, die Swiss Golf in der Verbandsbefragung 2024 von Swiss Olympic meldete, sind die Boxen in den Wochen um Neujahr am Abend schnell belegt; die Vormittage unter der Woche sind leerer.
Die Winterliste für zwei Quadratmeter
- Platz: gut zwei Quadratmeter ebener Boden, eine gemessene Deckenhöhe und nichts Zerbrechliches in Schlägerlänge.
- Objekte: eine Puttingmatte von mindestens zwei Metern mit einem Loch von 10,8 Zentimetern, ein Alignment Stick und ein Spiegel, vor dem Sie die Ansprechposition einnehmen können.
- Rhythmus: zwanzig Minuten, drei Abende pro Woche, immer in derselben Reihenfolge: Haltung, Putten, langsame Schwünge.
- Messgrössen: zehn Ein-Meter-Putts in Folge, ein sauberes Tor aus zwei Fünflibern, und eine Haltung, die mit geschlossenen Augen gleich aussieht wie mit offenen.
- Ausserhalb der Stube: eine Simulatorstunde pro Monat für die Startrichtung, das Übungsgrün des Clubs an jedem frostfreien Tag, und vor jeder Winterrunde die Frage im Sekretariat, ob die Hauptsaison noch läuft.
- Bleiben lassen: volle Schwünge ohne Netz und ohne gemessene Decke, und jeder Umbau von Griff oder Schwungebene ohne Pro.
Wer den Winter vor dem Spiegel, auf der Matte und neben dem Stab verbracht hat, verliert im April keine drei Runden an den Rost. Die Haltung stimmt, die Ein-Meter-Putts fallen, und der Ball startet dorthin, wohin gezielt wurde. Auf einem Platz, der gerade erst von den Wintergrüns zurückgekommen ist, ist das der grösste Teil eines Scores.
Wie diese Seite entstanden ist: Haupt- und Nebensaison, Regel 2.1 und Interpretation 2.1/3 stammen aus den Handicap-Regeln von Swiss Golf, gültig ab Januar 2024, und von der Swiss-Golf-Seite zu handicapwirksamen Ergebnissen; Regel 10.2b(3) und das Lochmass aus den Golfregeln von R&A und USGA, Ausgabe 2023; die Mitgliederzahlen aus der Verbandsbefragung 2024 von Swiss Olympic; die Saisonangaben von Interlaken Tourismus und Ticino Turismo, alle gelesen im Oktober 2026. Die Übungen sind gängige Trainerpraxis und werden als solche vorgestellt; niemand bei Panxis Golf hat sie vermessen. Panxis Golf hat keine kommerzielle Beziehung zu einem hier erwähnten Produkt oder einer Anlage, und es wird kein Händler genannt. Sollte eine Seite je von einer Marke bezahlt werden, steht das über ihrer ersten Zeile.






