Golfsaison abschliessen: Fristen, Handicap Review, Material
Der Frühling beginnt in den Wochen nach der letzten Runde. Wer Kündigungsfristen prüft, alle Karten vor dem jährlichen Handicap Review einreicht, das Material reinigt und trocken lagert und sich für den Winter ein einziges Ziel setzt, startet im April ohne Rückstand.
Kurz gefasst
- Fristen prüfen: In Otelfingen verlängern sich Jahreskarten ohne Kündigung bis 30. November automatisch.
- Der Homeclub führt mindestens einmal pro Jahr einen Handicap Review durch; Sie können ihn auch verlangen.
- Griffe laut einem Schweizer Golfhändler alle 40 bis 60 Runden oder einmal pro Saison wechseln.
- Schläger, Schuhe und Trolley-Akku drinnen und trocken lagern.
- Nach drei Wochen Pause eine einzige Sache für den Winter wählen.
Für viele Schweizer Golferinnen und Golfer hat der Saisonschluss einen festen Termin, der nichts mit dem Wetter zu tun hat. Im Golfpark Otelfingen etwa verlängern sich Jahreskarten automatisch, wenn sie nicht bis zum 30. November gekündigt werden. Auf den Bergplätzen kommt der Schluss noch früher: In Samedan dauert die Saison von Mai bis Oktober. Und mindestens einmal pro Jahr führt der Homeclub einen Handicap Review durch, von dem viele erst erfahren, wenn sich ihr Index verändert hat.
Die letzte Runde wird gespielt und vergessen. Dabei entscheidet eine gute Stunde in den Wochen danach, wie der Frühling beginnt: mit sauberem Material, einem ehrlichen Handicap, der richtigen Mitgliedschaft und einem einzigen klaren Vorhaben für den Winter.
Die Verwaltung: Fristen und Mitgliedschaften
Bevor Sie das Bag in den Keller tragen, schauen Sie in Ihre Unterlagen. Drei Fragen lohnen sich im September oder Oktober:
- Kündigungsfrist: Bis wann muss eine Jahreskarte oder Mitgliedschaft gekündigt werden, wenn Sie nächstes Jahr anders spielen wollen? In Otelfingen ist es der 30. November, bei anderen Anlagen gelten andere Fristen.
- Stimmt das Modell noch? Wer diese Saison deutlich weniger oder mehr gespielt hat als geplant, rechnet jetzt nach. Wie das geht, zeigt der Artikel Mitgliedschaft oder Greenfee; was als Gast zu beachten ist, der Artikel Als Gast spielen.
- Angebote zum Saisonende: Die Migros GolfCard bietet 2026 eine Mitgliedschaft vom 1. September bis 31. Dezember für CHF 220 statt CHF 300 an, mit einem 50-Prozent-Gutschein für ein 18-Loch-Greenfee in einem Migros Golfpark. Die ASGI hat für Eintritte ab dem 1. August einen reduzierten Beitrag von CHF 320 für Erwachsene bis Jahresende.
Das Handicap: alle Karten und der Review
Reichen Sie alle handicapwirksamen Karten der Saison ein, auch die schlechten und die Neun-Loch-Runden. Seit 2024 rechnet das World Handicap System 9-Loch-Ergebnisse laut Swiss Golf automatisch in ein 18-Loch-Score-Differential um, sie zählen also voll. Beachten Sie auch: Handicapwirksam sind nur Runden, die während der aktiven Saison gespielt werden.
Dann kommt der Handicap Review. Laut Swiss Golf ist er in Regel 7.1 der Handicap-Regeln beschrieben und soll vom Homeclub mindestens einmal pro Jahr für alle Spielerinnen und Spieler durchgeführt werden. Die Software erstellt Empfehlungen, die Entscheidung trifft die Handicap-Kommission des Homeclubs. Die wichtigsten Punkte:
- Eine Anpassung erfolgt um mindestens einen vollen Schlag.
- Eine Erhöhung ist höchstens um 5.0 Schläge über den Low Handicap Index zulässig (Ausnahmen vorbehalten); für eine Herabsetzung gibt es keine Beschränkung.
- Sie können selbst einen Review verlangen, wenn Ihr Index Ihre Spielstärke nicht mehr widerspiegelt, und Sie haben die Möglichkeit, eine Entscheidung anzufechten.
Praktisch heisst das: Wer über die Saison nur wenige Karten eingereicht hat, gibt der Kommission wenig Grundlage. Wer im Sommer verletzt war oder im Herbst deutlich besser spielt, spricht das aktiv an.
Das Material: reinigen, prüfen, lagern
Reinigen. Sand, Erde und nasses Gras auf den Köpfen setzen sich über den Winter in den Rillen fest. Köpfe in lauwarmem Seifenwasser waschen, dabei die Ferrulen nicht einweichen, Rillen der Wedges mit einer weichen Messingbürste ausbürsten, Schäfte abwischen, alles gut trocknen lassen.
Prüfen. Beim Reinigen zeigt sich, was ersetzt werden muss. Ein Schweizer Golfhändler nennt als Faustregel für Griffe einen Wechsel alle 40 bis 60 Runden oder spätestens einmal pro Saison, weil UV-Strahlung, Feuchtigkeit und Lagerung die Haftung verringern. Der Wechsel kostet dort CHF 8 pro Griff, wenn der Griff im Laden gekauft wird. Ein Wedge mit abgenutzten Rillen, eine lose Ferrule oder ein verbogener Schaft gehören jetzt in die Werkstatt, nicht im April.
Der Trolley. Elektrotrolleys werden beim Saisonschluss oft vergessen. Derselbe Händler bietet für JuCad-Trolleys einen Winterservice an: ab CHF 169 für einen Push-Trolley mit Reinigung, Justierung und Kontrolle der Räder, ab CHF 269 für Elektrotrolleys mit Software-Update, Akku-Prüfung und Elektronik-Check. Unabhängig von der Marke gilt: Akku nicht leer über den Winter stehen lassen, sondern nach Herstellerangabe lagern und laden.
Lagern. Eine unbeheizte Garage oder der Kofferraum setzen Schläger, Griffe und Handschuhe wiederholtem Frieren und Auftauen aus. Ein trockener Raum mit gleichmässiger Temperatur ist besser. Leeren Sie das Bag vollständig: feuchtes Handtuch, alter Handschuh, angebrochener Riegel und Bälle mit Schnitten haben dort über den Winter nichts zu suchen. Golfschuhe ausbürsten, mit Zeitungspapier ausstopfen, bei Zimmertemperatur trocknen, nicht auf der Heizung.
Kaufen und verkaufen in der Zwischensaison
Der Herbst ist der Moment, in dem Vorjahresmodelle günstiger werden und die Werkstätten Zeit haben. Wer eine Lücke im Bag hat, schliesst sie jetzt, und wer etwas ersetzt, verkauft das Alte gleich mit. Ein sauberer Eisensatz mit frischen Griffen findet leichter einen Käufer als einer mit abgegriffenen.
Zu klären, welche Schläger überhaupt fehlen, hilft ein Fitting mit Launchmonitor; was dabei gemessen wird, beschreibt der Artikel zum Eisen-Fitting. Für Einsteiger, die nach der ersten Saison aufrüsten wollen, bietet ein Schweizer Händler in einem Eintauschprogramm beim Umstieg vom Einsteigerset auf ein neues Set ab CHF 2’000 eine Eintauschprämie von CHF 450 innert 24 Monaten.
Die Statistik der Saison, in einer halben Stunde
Wer Zahlen geführt hat, addiert jetzt: Fairways, Grüns in Regulation, Putts pro Runde, Strafschläge. Welche fünf Werte sich lohnen, beschreibt der Artikel Fünf Zahlen notieren. Wer keine Statistik hat, schreibt wenigstens drei Dinge auf:
- die beste Runde der Saison und warum sie gut war;
- die drei Löcher des Heimplatzes, die regelmässig Schläge kosten;
- den Fehler, der am häufigsten eine gute Runde gekippt hat.
Bei vielen Amateuren sieht Punkt drei ähnlich aus: der Driver auf einem Loch, das keinen verlangte, der Befreiungsversuch durch eine Lücke im Wald oder der dritte Putt. Die Antworten stehen oft in drei Artikeln: Fairways treffen, Wedge-Distanzen und lange Putts.
Pause, dann eine einzige Sache
Drei oder vier Wochen ganz ohne Golf sind keine verlorene Zeit. Was gezogen hat, beruhigt sich, und die Lust kommt zurück. Wer etwas tun will, tut es ohne Schläger: Beweglichkeit in Brustwirbelsäule und Hüften ist das, was Golf verlangt und was ein Winter am Schreibtisch abbaut.
Danach wählen Sie eine Sache für den Winter, nicht vier. Einen neuen Griff, eine Puttbewegung, eine Wedge-Tabelle oder ernsthaftes Krafttraining. Sie hat vier bis fünf Monate Zeit, normal zu werden. Wie Sie den Griff dabei prüfen, steht im Artikel über Griff und Stand. Buchen Sie dafür lieber mehrere Termine bei einem Pro über einige Wochen als eine einzelne Stunde: Dann sieht der Pro, was zwischen den Terminen hängen geblieben ist.
Wo Sie den Winter in der Schweiz überbrücken
Drinnen. Simulatoren und Indoor-Anlagen sind der Ort für Wedge-Distanzen und Schwungarbeit. Im Engadin betreibt das Engadin Golf Center im Winter einen Indoorgolf-Simulator in Samedan, und seit Januar 2025 gibt es in Zuoz einen öffentlichen Simulator. Welche Daten ein solches Gerät liefert, erklärt der Artikel über Launchmonitore.
Draussen, in der Schweiz. Im Mittelland wird auf vielen Anlagen bis in den Spätherbst gespielt, oft auf Wintergrüns. Fragen Sie im Sekretariat, ab wann Wintergrüns und Abschlagmatten gelten und ob Runden dann noch handicapwirksam sind.
Draussen, im Süden. Wer im Winter reisen will, findet bei Migros Golf Reisen unter anderem eine «Winterbase» im Precise Resort El Rompido an der Costa de la Luz mit Wochen von November bis März. Mehr dazu im Artikel zur Golfreise im Winter.
Für Material und Werkstatt. Spezialisierte Golfhändler mit Filialen in der Deutschschweiz und online, dazu Online-Marktplätze für Occasionen. Und der Pro-Shop der eigenen Anlage, der im Herbst meist mehr Zeit hat als im April.
Panxis Golf hat keine geschäftliche Beziehung zu den genannten Händlern und Anlagen und erhält keine Provision. Preise laut Websites der Anbieter, Stand 17.09.2026.
Die Liste für die Wochen nach der letzten Runde
- Kündigungsfristen prüfen, Mitgliedschaft für nächstes Jahr entscheiden.
- Alle Karten einreichen, Handicap Review im Blick behalten.
- Schläger reinigen, Griffe und Rillen prüfen, Trolley-Akku versorgen.
- Drinnen lagern, Bag leeren, Schuhe trocknen.
- Drei Wochen Pause, dann eine einzige Sache für den Winter wählen.
Wie diese Seite entstanden ist
Die Preise für Griffwechsel, Trolley-Winterservice und Eintauschprämie wurden am 17. September 2026 bei Golfers Paradise (Schweiz) erhoben. Panxis hat keine geschäftliche Beziehung zu diesem Händler.






