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Jahreszeit

Die Saison abschließen: eine Stunde für den Frühling

Alles, was im Oktober zwanzig Minuten dauert, dauert im April doppelt so lang und kostet mehr. Der Herbst ist das unterschätzteste Fenster im deutschen Golf.

La rédaction Panxis Golf, Deutschland-Desk (Thomas Berger) · · 7 min
Golferin im Mantel mit Bag bei Kälte
Photo cottonbro studio / Pexels

Kurz gefasst

  • Rillen ausbürsten, Griffe waschen, Ferrulen und Schäfte prüfen.
  • Schläger, Schuhe und Bälle drinnen lagern, nicht in der Garage.
  • Im Herbst kostet das Vorjahresmodell mehrere hundert € weniger.
  • Alle Karten einreichen, auch die schlechten und die Neun-Loch-Runden.
  • Drei Wochen Pause, dann genau eine Sache für den Winter wählen.

Die letzte Runde der Saison wird gespielt und vergessen. Eine Stunde Arbeit in den zwei Wochen danach schützt das Material, hält das Handicap ehrlich und verkürzt den folgenden Frühling erheblich.

Der Zeitpunkt ist der entscheidende Teil. Alles, was im Oktober zwanzig Minuten dauert, dauert im April doppelt so lang und kostet mehr: Werkstätten sind dann ausgebucht, Fittingtermine wochenlang vergeben, und die Preise für Material stehen am Jahresanfang oben. Der Herbst ist im deutschen Golf das am stärksten unterschätzte Fenster.

Alles reinigen, bevor es weggeräumt wird

Nasses Gras, Sand und Erde auf den Köpfen greifen über einen Winter Ferrulen an und setzen sich in den Rillen fest. Köpfe in warmem Seifenwasser mit einer Bürste waschen, richtig trocknen, Schäfte abwischen. Auch die Griffe: Was einen alten Griff glatt macht, ist häufiger Schmutz als Abnutzung.

Für die Rillen lohnt eine weiche Messingbürste, besonders bei den Wedges: Verdichteter Sand in den Rillen kostet Spin, und dieser Verlust wird regelmäßig dem Alter des Schlägers angelastet. Warmes Wasser, kein kochendes, weil Hitze den Klebstoff in der Hosel angreift.

Prüfen Sie beim Reinigen gleich den Zustand. Ein Griff, der sich mit warmem Wasser nicht mehr griffig anfühlt, ist verbraucht; eine Ferrule, die sich verschieben lässt, deutet auf einen losen Kopf; und ein Schaft mit einer Delle nahe der Hosel gehört ersetzt und nicht überwintert.

Das Bag dort lagern, wo die Temperatur nicht schwankt

Eine unbeheizte Garage oder ein Kofferraum setzt die Schläger wiederholtem Frieren und Auftauen aus, was Klebstoffen, Griffen und Handschuhleder zusetzt. Drinnen ist besser, und die Bälle gehören ebenfalls heraus.

Leeren Sie das Bag dabei vollständig. Es kommen regelmäßig ein feuchtes Handtuch, ein durchgeweichter Handschuh, ein aufgeplatzter Riegel und mehrere Bälle mit sichtbaren Schnitten zum Vorschein, und alle wären im April wieder im Spiel gewesen. Ein feuchtes Bag über den Winter geschlossen zu lassen ist der zuverlässigste Weg zu Schimmel im Innenfutter.

Golfschuhe brauchen dieselbe Behandlung: bürsten, mit Papier ausstopfen, bei Zimmertemperatur trocknen und nicht auf der Heizung. Und die Spikes prüfen, weil ein festgerosteter Spike im Frühjahr nicht mehr herausgeht und den ganzen Schuh unbrauchbar macht.

Reparieren Sie, was Ihnen im August aufgefallen ist

Jeder beendet die Saison mit dem Wissen um ein Wedge ohne Rillen, einen verdrehten Griff und eine Lücke im Bag. Die Zwischensaison ist die Zeit, in der Werkstätten Zeit haben und Vorjahresware günstiger wird. Ein Fitting im November kostet weniger € und dauert kürzer als eines im April.

Dasselbe gilt für Anschaffungen. Der Preisunterschied zwischen dem aktuellen Modell und dem Vorjahresmodell beträgt im Herbst regelmäßig mehrere hundert €, die neuen Modelle kommen erst im Frühjahr, und die Schaftpalette der auslaufenden Serie ist meist noch vollständig verfügbar. Das ist der einfachste Rabatt im Golfsport.

Und wenn Sie ohnehin etwas ersetzen: Verkaufen Sie das Alte jetzt. Ein vollständiger Eisensatz mit sauberen Griffen bringt beim Ankauf oder in der Inzahlungnahme einen dreistelligen Betrag, und im Frühjahr ist der Markt voller als im Herbst.

Handicap und Statistik

Reichen Sie alle Karten ein, auch die schlechten und die Neun-Loch-Runden. Ein Handicap, das eine ganze Saison abbildet, blamiert Sie im Frühjahr nicht. Wer Statistik führt, addiert jetzt: getroffene Fairways, Grüns in Regulation, Drei-Putts, Up and downs und Strafschläge zeigen den Winterplan.

Wenn Sie keine Statistik geführt haben, holen Sie wenigstens eine Zahl aus der Erinnerung: die drei Löcher Ihres Heimatplatzes, die Sie regelmäßig Schläge kosten. Sie fallen jedem sofort ein, und eine geänderte Schlägerwahl an genau diesen drei Löchern ist die billigste Verbesserung der kommenden Saison.

Erholung gehört dazu

Drei oder vier Wochen ganz ohne Golf sind keine verlorene Zeit. Was gezogen hat, hört auf zu ziehen, und die Lust kommt zurück.

Wer in dieser Zeit etwas tun will, tut es ohne Schläger: Rotation aus der Brustwirbelsäule und Beweglichkeit in den Hüften sind das, was Golf verlangt und was ein Winter im Sitzen abbaut. Zwei kurze Einheiten pro Woche bringen im April mehr Schwungbogen zurück als jede Technikstunde. Bei Beschwerden gilt das Übliche: abklären lassen, bevor man beginnt.

Dann wählen Sie eine Sache

Nicht vier. Eine. Ein Griff, eine Puttbewegung, eine Wedge-Distanztabelle oder ernsthafte Fitness. Sie hat vier bis fünf Monate Zeit, normal zu werden, und in einer Indoor-Anlage lässt sich das ohne jeden Score-Druck tun.

Buchen Sie dafür einen Block Unterricht und keine Einzelstunde. Drei oder vier Termine über zwölf Wochen zeigen dem Pro, was zwischen den Terminen hängen geblieben ist, und geben der Änderung die zwei bis drei Wochen Unbehagen, die sie ohnehin braucht. Im Januar kostet das nichts, weil es kein Ergebnis zu schützen gibt.

Die Runden, die es im Herbst noch gibt

Bevor Sie einräumen, lohnt der Blick auf den Kalender. Der Oktober bietet in Deutschland häufig das beste Golf des Jahres: nachmittags fest genug, leere Startzeiten, deutlich niedrigere Greenfees und Grüns, die sich vom Sommerstress erholt haben. Das Problem ist der Vormittag mit Tau und Laub, nicht die Jahreszeit.

Auf sandigen Böden, etwa in Brandenburg und Teilen Norddeutschlands, geht das bis weit in den November, oft schon auf Wintergrüns und von Matten. Rufen Sie vorher an, weil über das Spiel der Frost am Morgen entscheidet und nicht der Kalender, und rechnen Sie mit Laub als häufigster Ursache eines verlorenen Balls: einen provisorischen Ball leichter ankündigen als im Sommer.

Wer den Abschluss bewusst gestalten will, spielt die letzte Runde ohne Karte, von einem Abschlag weiter vorne, mit den Leuten, mit denen die Saison angefangen hat. Es ist der beste verfügbare Übergang in vier Monate ohne Platzgolf.

Wo Sie das in Deutschland erledigen

Für Griffe, Lie und Loft ist der Pro-Shop der eigenen Anlage der schnellste Weg; die meisten PGA-Professionals erledigen das direkt in der Werkstatt und haben zwischen Oktober und Februar Zeit dafür. Auch die Fitting-Bereiche der großen Golfzentren übernehmen dasselbe, und im Herbst sind dort Termine noch zu bekommen.

Für Anschaffungen sind der Herbstabverkauf im Fachhandel, spezialisierte Online-Händler sowie Anbieter geprüfter Gebrauchtware die naheliegenden Adressen. Wer verkaufen will, nutzt die Inzahlungnahme oder die Materialbörse, die viele deutsche Clubs im Frühjahr für ihre Jugendabteilung organisieren.

Und für die Wintereinheiten gibt es Indoor-Anlagen mit Simulator in fast allen deutschen Großstädten, stundenweise buchbar und pro Box abgerechnet. Fragen Sie zugleich Ihre Anlage nach Winterblöcken beim Pro; viele unterrichten indoor zu niedrigeren Tarifen als im Sommer.

Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Händlern oder Anlagen.

Der Blick zurück, den fast niemand macht

Nehmen Sie sich eine halbe Stunde und schreiben Sie drei Dinge auf: die beste Runde der Saison und warum sie gut war, die drei Löcher Ihres Heimatplatzes, die regelmäßig Schläge kosten, und die eine Situation, in der Sie sich zuverlässig falsch entscheiden.

Bei den meisten Amateuren sieht die dritte Zeile ähnlich aus: der Driver auf einem Loch, das keinen verlangte, der Rettungsversuch durch eine Lücke im Wald, oder die Fahne am Grünrand, die angegriffen wurde. Alle drei sind Entscheidungen und keine Technik, und alle drei lassen sich im Winter nicht üben, sondern nur beschließen.

Schreiben Sie den Beschluss auf und legen Sie ihn zu den Schlägern. Im April, wenn das Bag wieder herauskommt, ist er der einzige Teil der Vorbereitung, der ohne Aufwand zwei Schläge bringt.

Die Liste zum Saisonende

  • Köpfe, Schäfte und Griffe reinigen und richtig trocknen, Rillen ausbürsten.
  • Schläger, Schuhe und Bälle drinnen lagern, nicht in der Garage.
  • Neue Griffe, Wedge oder Fitting jetzt buchen, zu Zwischensaisonpreisen.
  • Alle Karten einreichen und die Saisonstatistik addieren.
  • Drei Wochen Pause, dann eine einzige Sache wählen und einen Block buchen.

Die Saison beginnt in den zwei Wochen nach der letzten Runde.

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