Einen Anfänger mitnehmen, ohne ihn zu vergraulen
Der Grundfehler ist, jemanden auf die Runde mitzunehmen, die man selbst gern spielt. Für einen Anfänger sind das vier Stunden im Weg.
Kurz gefasst
- Kurzplatz oder neun Löcher am Wochentagabend, nie Samstagvormittag.
- Scramble spielen und den Ball des Anfängers mehrmals wählen.
- Drei Anweisungen: Griff, Standort, in Bewegung bleiben.
- Nach einem schlechten Schlag nichts sagen, nach einem guten benennen, was gut war.
- Danach ein Gruppenkurs, dann die Platzreife: erst der Spass, dann der Kurs.
Die meisten, die mit Golf aufhören, tun es nach einer schlechten ersten Runde, und verantwortlich ist meist der erfahrene Bekannte, der sie mitgenommen hat. Die erste Runde von jemandem richtig zu gestalten ist eine Aufgabe mit Methode, und fast nichts daran ist Golfunterricht.
Der Grundfehler ist immer derselbe: Man nimmt jemanden mit auf die Runde, die man selbst gern spielt. Achtzehn Löcher auf dem Heimatplatz, jeder mit eigenem Ball, Karte geführt, Samstagvormittag. Für einen Anfänger sind das vier Stunden, in denen er anderen im Weg steht, Bälle verliert und keinen einzigen Erfolg erlebt.
Wählen Sie den richtigen Platz, und das ist nicht Ihrer
Ein Kurzplatz, ein Par-3-Platz oder neun ruhige Löcher an einem Wochentagabend. Nicht Ihr 6000-Meter-Heimplatz an einem Samstag mit einem Flight dahinter.
Der entscheidende Punkt ist die Leere. Ein Anfänger, der weiss, dass niemand wartet, spielt entspannt; einer, der eine Gruppe im Nacken hat, hetzt und trifft nichts. Die späte Nachmittagsstartzeit unter der Woche ist deshalb wichtiger als die Wahl der Anlage.
Wenn nur der grosse Platz verfügbar ist, spielen Sie neun Löcher von den vordersten Abschlägen. Das ist auf fast jeder Schweizer Anlage möglich, kostet weniger, und der Platz spielt sich dann annähernd wie ein Kurzplatz.
Spielen Sie Scramble, nicht jeder seinen Ball
Beide schlagen ab, der bessere Ball wird genommen, beide spielen von dort weiter. Der Anfänger spielt den zweiten Schlag vom Fairway statt den dritten aus dem Wald und steuert einen Putt bei.
Sorgen Sie dafür, dass sein Ball mehrmals gewählt wird, auch wenn Ihrer besser liegt. Drei gewählte Bälle über neun Löcher machen aus einem Begleiter einen Mitspieler, und das ist der ganze Unterschied zwischen einer Person, die wiederkommt, und einer, die nicht.
Erklären Sie drei Dinge und sonst nichts
Wie man den Schläger hält. Wo man sicher steht. Und wie man in Bewegung bleibt: aufheben, wenn das Loch vorbei ist, zwei Schläger zum Ball mitnehmen, den eigenen Ball verfolgen.
Alles Weitere lernt man nebenbei oder gar nicht an diesem Tag. Etikette, Regeln, Pitchmarken und Bunkerharken kommen bei der dritten oder vierten Runde, und der Versuch, sie am ersten Tag unterzubringen, verwandelt einen Nachmittag in einen Kurs.
Sagen Sie nach einem schlechten Schlag nichts
Das ist die schwerste und die wichtigste Regel. Ein Anfänger weiss, dass der Schlag schlecht war. Was er braucht, ist der nächste Abschlag, keine Analyse.
Wenn Sie unbedingt etwas sagen wollen, sagen Sie es nach einem guten Schlag und benennen Sie, was daran gut war. Das ist die einzige Rückmeldung, die in dieser Phase etwas bewirkt, weil sie eine Wiederholung möglich macht statt eine Korrektur zu verlangen.
Und beantworten Sie Fragen, statt sie vorwegzunehmen. Wer fragt, will es wissen; wer nicht fragt, ist gerade damit beschäftigt, den nächsten Ball zu treffen.
Die Platzreife ist kein Hindernis für den ersten Tag
In der Schweiz darf man ohne Platzreife nicht auf jeden grossen Platz, aber Kurzplätze, Par-3-Anlagen und öffentliche Übungsplätze stehen jedem offen. Wer erst die Platzreife verlangt, bevor jemand überhaupt einen Ball geschlagen hat, dreht die Reihenfolge um: Zuerst kommt der Spass, dann der Kurs.
Rufen Sie trotzdem vorher an. Ein Satz genügt: dass jemand ohne Platzreife dabei ist und Sie neun Löcher oder den Kurzplatz spielen möchten. Die Antwort ist fast immer entgegenkommend, und sie erspart eine unangenehme Situation am Empfang.
Was Sie leihen und was Sie kaufen
Leihen Sie ein halbes Set: Eisen 7, Wedge, Hybrid und Putter genügen. Kaufen Sie drei günstige Bälle und sagen Sie, alle drei dürften verloren gehen. Niemand sollte vor der vierten oder fünften Runde Ausrüstung kaufen.
Zur Kleidung: eine Hose oder Bermuda und ein Oberteil mit Kragen kommen auf jeder Schweizer Anlage durch, flache Schuhe mit Profil genügen auf öffentlichen Plätzen. Sagen Sie das vorher, weil Unsicherheit über die Kleiderordnung mehr Leute abhält als der Preis.
Wie es weitergeht
Hat es Spass gemacht, ist der nächste Schritt ein Gruppenkurs im Club oder auf einer Range, nicht gleich die nächste Runde. Danach die Platzreife, wenn die Person weitermachen will.
Der Gruppenkurs ist dem Einzelunterricht in dieser Phase überlegen, und nicht wegen des Preises: Man sieht andere dieselben Fehler machen, und man lernt Leute kennen, mit denen man anschliessend spielt. Die Bindung an das Spiel entsteht am Anfang über Menschen und nicht über Technik.
Was Sie vorher klären, damit der Tag läuft
Fünf Minuten Telefon vorher ersparen eine unangenehme Stunde. Fragen Sie nach der Verfügbarkeit von Leihschlägern, nach der Kleiderordnung, nach dem Preis für neun Löcher und danach, ob am gewünschten Abend ein Mitgliederwettspiel läuft.
Klären Sie ausserdem die Zahlungsart und die Öffnungszeit des Sekretariats, weil auf kleineren Anlagen beides früher endet, als die letzte Startzeit vermuten lässt. Und kommen Sie eine halbe Stunde früher, damit Ihr Gast in Ruhe zwanzig Putts rollen kann; das ist der einzige Schlag, bei dem er sofort konkurrenzfähig ist, und er sollte damit anfangen.
Mit Kindern
Für Kinder gilt dasselbe in verschärfter Form: drei Löcher statt neun, drei Schläger statt vierzehn, und aufhören, solange es Spass macht. Ein Kind, das nach dem dritten Loch gehen will, sollte gehen dürfen; genau das entscheidet darüber, ob es wiederkommt.
Ein gekürzter Erwachsenenschläger ist kein Kinderschläger: Der Schaft bleibt zu steif und der Kopf zu schwer, und das Kind lernt, mit den Armen zu heben statt den Körper zu drehen. Fragen Sie im Sekretariat nach Leihmaterial in Kindergrösse, das viele Anlagen mit Jugendabteilung vorhalten.
Und zählen Sie nichts. Punkte für getroffene Grüns oder für Putts innerhalb eines Kreises funktionieren erheblich besser als ein Score, den ein Kind nur verlieren kann.
Wo Sie in der Schweiz hingehen
Öffentliche Anlagen, Par-3-Plätze und Kurzbahnen sind die richtige Adresse, und es gibt sie rund um alle grossen Städte. Sie verlangen in der Regel keine Platzreife, stellen Leihschläger und kosten einen Bruchteil eines Championshipplatzes. Die Anlagensuche von Swiss Golf zeigt, was in Ihrer Nähe offen ist und zu welchen Bedingungen.
Wenn draussen nichts geht, also zwischen November und März, sind Anlagen mit Ballverfolgung und Indoor-Boxen mit Simulator die Alternative. Sie werden meist pro Box abgerechnet und nicht pro Person, sind stundenweise buchbar und verlangen weder Vorkenntnis noch Kleiderordnung. Für einen ersten Kontakt mit dem Spiel sind sie inzwischen der häufigste Ort.
Fragen Sie auf Ihrer eigenen Anlage nach der Kurzbahn. Erstaunlich viele Schweizer Clubs haben eine Sechs- oder Neun-Loch-Kurzbahn hinter der Range, die kaum genutzt wird, im Beitrag enthalten ist und auf der Gäste fast immer willkommen sind.
Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Anlagen oder Verbänden.
Der häufigste Fehler von guten Spielern
Wer selbst gut spielt, unterschätzt regelmässig, wie schwer der erste Kontakt ist, und überschätzt, wie viel davon man an einem Nachmittag beibringen kann. Ein Anfänger trifft von zehn Bällen zwei sauber, und das ist normal und kein Anlass für eine Korrektur.
Verzichten Sie deshalb bewusst darauf, gut zu spielen. Nehmen Sie ein halbes Set, spielen Sie ohne Karte und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Ablauf statt auf Ihren eigenen Score. Der Tag gehört nicht Ihnen.
Und danach
Fragen Sie am Ende des Tages genau eine Frage: ob es Spass gemacht hat. Nicht, was besser laufen müsste, und nicht, ob die Person weitermachen will. Alles Weitere kommt von selbst, wenn die Antwort ja lautet.
Schlagen Sie einen zweiten Termin vor, bevor Sie sich verabschieden. Wer sich verabredet, spielt wieder; wer sich vornimmt, es zu wiederholen, meist nicht.
Der Plan in einer Liste
- Kurzplatz oder neun Löcher, Wochentagabend, Scramble.
- Ein geliehenes halbes Set und drei günstige Bälle.
- Drei Anweisungen: Griff, Standort, in Bewegung bleiben.
- Nach einem schlechten Schlag nichts sagen, nach einem guten benennen, was gut war.
- Danach ein Gruppenkurs, dann die Platzreife.
So gemacht, fragt die Person, wann Sie wieder gehen.



