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Anfänger mitnehmen: wo es ohne Platzreife geht und wie der Tag gelingt

Wer einen Neuling mitnimmt, braucht in der Schweiz zuerst eine Anlage, die Spieler ohne Platzreife zulässt: die Par-3-Anlagen der Migros Golfparks, FunGolf Friends oder den Kids-Flight in Moossee. Auf dem Platz entscheiden danach ein gemeinsamer Ball, drei Hinweise und viel Schweigen nach schlechten Schlägen.

La rédaction Panxis Golf, Deutschschweiz-Desk (Reto Brunner) · · 8 min
Anfängergruppe bei einer Gruppenstunde
Photo Jopwell / Pexels

Kurz gefasst

  • Swiss Golf: Anlagen ohne Platzreife gibt es nur wenige, Ranges und Kurzplätze sind die Alternative.
  • FunGolf Friends der Migros Golfparks: ab fünf Jahren, ohne Vorkenntnisse, CHF 20 für Erwachsene und CHF 10 bis 21 Jahre.
  • Mit Kindern: Kids-Flight in Moossee (CHF 25 unter der Woche) oder Familienzeiten in Zuoz-Madulain.
  • Putting Green zuerst, gemeinsamer Ball, halbes Set und nur drei Hinweise: Griff, Sicherheit, Tempo.
  • Danach ein kostenloser Open-Doors-Schnupperkurs, erst dann die Platzreife.

Wer eine Kollegin, den Schwager oder die eigenen Kinder zum ersten Mal auf den Golfplatz mitnimmt, entscheidet an diesem Nachmittag mehr als jeder spätere Kurs. Kommt die Person entspannt und mit ein paar getroffenen Bällen nach Hause, will sie wieder hin. Hat sie vier Stunden lang das Gefühl, andere aufzuhalten, bleibt es beim ersten Versuch.

In der Schweiz kommt eine Hürde dazu, die Gelegenheitsgolfer gern vergessen: Ohne Platzreife ist der Zugang zu richtigen Spielbahnen eng. Die gute Nachricht ist, dass es genau für diesen Fall klar geregelte Angebote gibt. Man muss sie nur kennen, bevor man losfährt.

Zuerst die Regel: wer ohne Platzreife auf den Platz darf

Swiss Golf beantwortet die Frage in seinen FAQ knapp: Anlagen, auf denen man ohne Platzreife spielen kann, gibt es in der Schweiz nur wenige; als Alternative nennt der Verband Driving Ranges und Kurzplätze. Laut den Facts & Figures des Verbands stehen neben den Übungsanlagen der Clubs 35 Driving Ranges und 11 Kurzplätze zur Verfügung. Einen Neuling einfach auf die 18 Löcher Ihres Clubs mitzunehmen, ist also nicht nur unklug, sondern meistens schlicht nicht erlaubt.

Präzise nachlesen lässt sich das im Platz- und Betriebsreglement 2026 der Migros Golfparks. Die Übungsgelände, also Range, Putting Greens und Pitching Area, stehen dort allen Interessierten offen. Für die 9- und 18-Loch-Plätze verlangen die Parks ein Handicap, in Holzhäusern und Otelfingen auf 18 Löchern sogar Handicap 45. Die Par-3-Anlagen in Holzhäusern, Moossee, Oberkirch und Waldkirch dagegen setzen nichts voraus und sind im Rahmen von FunGolf buchbar. Die 6-Loch Academy in Otelfingen ist die Ausnahme: Sie verlangt Platzerlaubnis oder Platzreife.

Wo Sie jemanden ohne Platzreife hinbringen

Das Angebot, das am genauesten auf den begleiteten ersten Tag zugeschnitten ist, heisst bei Migros Golf FunGolf Friends. Die Idee steht schon in der Beschreibung: Erfahrene Golfende bringen Familie oder Freunden das Spiel näher, nach einer kurzen Einführung geht es direkt auf den Platz. Mitmachen kann man ab fünf Jahren, Vorkenntnisse braucht es keine, und die Kleidung ist Freizeitkleidung mit bequemen Schuhen mit Profil. Erwachsene zahlen CHF 20, Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre CHF 10.

Die Zeitfenster unterscheiden sich von Park zu Park, und das lohnt einen Blick vor der Planung:

  • Oberkirch (bei Sursee): zu jeder Zeit möglich. Eine Runde Pitch & Putt, FunGolf oder FootGolf kostet dort CHF 20, die Tagesfee CHF 30, das Familienpaket für zwei Erwachsene und drei Kinder CHF 50.
  • Holzhäusern (Kanton Zug): mittwochs um 13.30 Uhr, samstags und sonntags um 10.30 und 13 Uhr, mit Einführung durch eine Spielbetreuerin oder einen Spielbetreuer.
  • Moossee (bei Bern): freitags um 16 Uhr und samstags um 14.30 Uhr.
  • Waldkirch (St. Galler Fürstenland): montags ganztags, mittwochs ab Mittag, am Wochenende ab 16 Uhr.
  • Otelfingen: gemäss Ausschreibung.

Reserviert wird telefonisch oder per E-Mail beim jeweiligen Park. Das ist keine Formalität: Wer zur gebuchten Zeit kommt, hat die Anlage mit Einführung und ohne Flight im Nacken, und genau diese Ruhe braucht ein Neuling mehr als jeden Technikhinweis.

Ausserhalb der Migros-Welt lohnt der Anruf beim nächsten Club trotzdem. Viele Anlagen haben eine öffentlich zugängliche Übungsanlage, und einige führen eigene Schnupperformate. Fragen Sie konkret, ob eine Person ohne Platzreife in Ihrer Begleitung irgendwo auf Spielbahnen darf, und falls ja, wo und wann.

Den Nachmittag richtig aufbauen

Beginnen Sie nicht am Abschlag, sondern auf dem Putting Green. Eine Viertelstunde Putten auf zwei, drei Meter gibt dem Gast das erste Erfolgserlebnis, bevor überhaupt ein voller Schwung fällt. Danach ein Korb Bälle auf der Range, nicht mehr. In den Migros Golfparks ist die Range kostenlos, 20 Bälle kosten in Holzhäusern CHF 3.50. Wer anschliessend noch Energie hat, geht auf die Kurzbahnen.

Auf dem Platz spielen Sie am besten einen gemeinsamen Ball im Stil eines Scrambles: Beide schlagen, der bessere Ball zählt, von dort geht es weiter. Wählen Sie bewusst auch dann den Ball Ihres Gastes, wenn Ihrer ein paar Meter besser liegt. Wer an einem Nachmittag drei-, viermal den verwendeten Ball geliefert hat, erinnert sich an diese Schläge und nicht an die verfehlten.

Ein halbes Set reicht vollständig: ein Eisen 7, ein Wedge und der Putter, auf längeren Bahnen allenfalls ein Hybrid. Auf einer Pitch-&-Putt-Anlage braucht es sogar nur zwei davon. Nehmen Sie ein paar alte Bälle mit und sagen Sie von Anfang an, dass keiner davon zurückkommen muss.

Was Sie sagen, und was Sie lieber lassen

Beschränken Sie Ihre Anweisungen auf drei Punkte. Den Griff, einmal gezeigt und nicht wieder korrigiert. Die Sicherheit: nie vor jemandem stehen, der schlägt, und nie schwingen, wenn jemand in der Nähe ist. Und das Tempo: Ball aufheben, wenn das Loch keinen Sinn mehr ergibt, und zum nächsten Abschlag gehen.

Alles andere wartet. Regeln, Pitchmarken, das Harken im Bunker und die feineren Punkte der Etikette gehören in einen späteren Besuch oder in den Kurs. Ein erster Nachmittag, der sich wie eine Prüfungsvorbereitung anfühlt, endet selten mit der Frage nach einem zweiten.

Die heikelste Disziplin ist das Schweigen nach misslungenen Schlägen. Ihr Gast hat selbst gesehen, dass der Ball zehn Meter über den Boden gehoppelt ist. Eine Erklärung dazu klingt wie Kritik, auch wenn sie freundlich gemeint ist. Loben Sie stattdessen konkret, wenn etwas gelingt, zum Beispiel einen ruhigen Rückschwung oder einen Putt mit guter Länge. Stellt die Person selbst eine Frage, beantworten Sie sie kurz und ehrlich.

Mit Kindern: zwei Schweizer Lösungen

Für Kinder gibt es Formate, die weiter gehen als FunGolf. Der Golfpark Moossee bietet auf seiner 6-Loch-Anlage den Kids-Flight an. Er richtet sich an Kinder von 4 bis 16 Jahren mit etwas Golferfahrung, aber ohne Platzerlaubnis. Gebucht wird immer ein ganzer Flight mit mindestens einem Kind und einem Erwachsenen, höchstens zwei Kindern und zwei Erwachsenen. Die Begleitperson ist mindestens 18 Jahre alt, hat mindestens die Platzreife und trägt die Verantwortung für Spielfluss, Sicherheit und die Schonung der Greens. Gespielt wird ausschliesslich von den orangen Junior-Tees, auch von den Erwachsenen. Eine Runde kostet unter der Woche pauschal CHF 25, am Wochenende CHF 35, reserviert wird vor Ort oder per Telefon.

Wer in den Ferien im Oberengadin ist, findet beim Engadine Golf Club ein Familienangebot auf der Anlage Zuoz-Madulain. Laut Club spielen dort Kinder bis und mit 12 Jahren kostenlos, ab 13 Jahren gibt es 50 Prozent Reduktion auf das Greenfee, und Kinder und Jugendliche ohne Platzreife dürfen in Begleitung eines golfenden Erwachsenen auf den Platz. Das Zeitfenster beginnt täglich um 15 Uhr, ab dem 21. September um 14 Uhr; eine Startzeitreservation ist nötig.

Bei Kindern gilt noch strenger: aufhören, bevor die Lust weg ist. Drei Löcher mit Freude sind mehr wert als sechs mit Tränen, und ein Wettbewerb um die meisten Putts in einen Kreis funktioniert besser als ein Score.

Leihmaterial, Kleidung, Kosten

Eigene Schläger braucht Ihr Gast nicht. Die ASGI schreibt in ihren Einsteiger-FAQ, dass Leihschläger grundsätzlich auf allen Anlagen verfügbar sind, und empfiehlt für den Anfang einen eigenen Handschuh und Sneakers. In Lipperswil kostet ein Leihset mit Trolley CHF 25 für neun und CHF 30 für 18 Löcher; in Holzhäusern werden Schläger im Pro-Shop vermietet. Bei FunGolf ist altersgerechtes Material inbegriffen.

Zur Kleidung: Bei FunGolf reicht Freizeitkleidung, die dem Wetter angepasst ist. Wer auf eine Clubanlage geht, fährt mit dem Rat der ASGI gut, ein Poloshirt zu tragen und auf Bluejeans zu verzichten. Sagen Sie das Ihrem Gast vorher, denn die Unsicherheit, falsch angezogen zu sein, hält mehr Leute ab als der Preis.

Wie es nach dem ersten Tag weitergeht

Hat es gepasst, ist der nächste Schritt ein betreuter Schnupperkurs, noch kein Platzreifekurs. Swiss Golf unterstützt dafür das Programm Open Doors: kostenlose Schnupperkurse in Clubs, geleitet von qualifizierten Golflehrerinnen und Golflehrern. 2025 zählte der Verband 139 solche Kurse, an denen 2’545 Personen zum ersten Mal einen Schläger in der Hand hielten. Die Termine stehen im Kalender auf swissgolf.ch, die Anmeldung läuft direkt über die Clubs.

Ein Beispiel für ein bezahltes Format: Golf Lipperswil im Thurgau führt einen zweistündigen Schnupperkurs auf Range und Putting Green für Gruppen von 6 bis 12 Personen, mit PGA-Unterricht, Leihschlägern und Rangebällen, für CHF 80 pro Person. Einzelunterricht kostet laut ASGI je nach Club oder Lehrperson zwischen CHF 100 und CHF 140 pro Stunde.

Erst danach kommt die Platzreife. Sie umfasst bei Swiss Golf eine Theorieprüfung mit 40 Fragen, von denen 28 richtig sein müssen, Prüfungen auf der Übungsanlage und eine Runde auf dem Platz, die auch auf einem 6- oder 9-Loch-Platz oder einer Pitch-&-Putt-Anlage stattfinden kann. Wer so weit ist, spielt danach gern neun Löcher von den vorderen Abschlägen, bevor die volle Runde folgt.

Der Fehler, den gute Golfer am häufigsten machen

Sie wollen selbst ein bisschen spielen. Das ist verständlich und verdirbt den Tag, weil die Aufmerksamkeit beim eigenen Score landet statt beim Gast. Lassen Sie die Scorekarte im Auto, nehmen Sie selbst nur drei Schläger mit und betrachten Sie den Nachmittag als Einladung, nicht als Runde.

Und machen Sie den nächsten Termin fest, bevor Sie sich verabschieden. Ein vages «das machen wir wieder» verläuft sich; ein Datum für den Open-Doors-Kurs oder den nächsten FunGolf-Nachmittag nicht.

Checkliste für den ersten gemeinsamen Nachmittag

  • Vorher klären, ob die Anlage Spieler ohne Platzreife zulässt, und die Zeit reservieren.
  • Mit dem Putting Green beginnen, danach ein Korb Bälle, erst dann die Kurzbahnen.
  • Gemeinsamen Ball spielen, halbes Set, alte Bälle.
  • Drei Hinweise: Griff, Sicherheit, Tempo. Nach schlechten Schlägen nichts sagen.
  • Zum Schluss einen Schnupperkurs oder den nächsten Termin vereinbaren.

Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Anlagen, Verbänden oder Anbietern.

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