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Jahreszeit

Sechs Wochen vor der ersten Runde

Wer im April vier Runden braucht, um im Oktober anzukommen, verliert eine halbe Saison. Sechs langweilige Wochen davor verhindern das.

La rédaction Panxis Golf, Deutschland-Desk (Thomas Berger) · · 7 min
Blühender Baum am Fairway im Frühling
Photo Luka Franzi / Pexels

Kurz gefasst

  • Woche 1 bis 2: Beweglichkeit und halbe Schwünge, keine Driver.
  • Woche 3 bis 4: Chippen und Putten, drei kurze Einheiten pro Woche.
  • Woche 5 bis 6: Trageweiten messen, Griffe, Rillen, die Lücke unter dem Pitching Wedge.
  • Werkstätten und Trainerkalender sind im März frei und im Juni nicht.
  • Aerifizierungstermin erfragen und wichtige Runden daneben legen.

Die meisten beginnen die Saison mit jener Runde, die als Aufwärmen hätte dienen sollen. Sechs Wochen unglamouröser Arbeit vor der ersten Startzeit machen aus dem März einen Vorsprung statt eines Monats, in dem man herausfindet, was der Winter gekostet hat.

Die Größenordnung ist konkret: Wer im April vier Runden braucht, um wieder dort zu sein, wo er im Oktober aufgehört hat, verliert eine halbe Saison an Handicapentwicklung. Und der Grund ist nie der Schwung allein, sondern eine Mischung aus verlorener Beweglichkeit, verlernter Distanzkontrolle und einem Bag, in dem seit Oktober niemand nachgesehen hat.

Woche 1 und 2: Bewegung vor Tempo

Die ersten Einheiten bringen den Körper wieder in Rotation, sie arbeiten nicht am Ballflug. Kurze Eisen, halbe Schwünge, zwanzig Bälle am Stück, und aufhören, bevor es zieht. Wer den Februar mit Drivern in der Abschlaghütte verbringt, produziert die klassischen Rückenbeschwerden des Frühjahrs.

Dazu gehören zwei kurze Einheiten pro Woche ohne Schläger. Golf verlangt Rotation aus der Brustwirbelsäule und Beweglichkeit in den Hüften, und beides verliert man im Sitzen. Ein Schläger quer über den Schultern, Füße in Schwungstellung, langsam nach beiden Seiten drehen, und im Ausfallschritt das hintere Hüftgelenk öffnen: mehr braucht es nicht, und es bringt im April mehr Schwungbogen zurück als jede Technikstunde.

Das ist kein Trainingsplan und kein medizinischer Rat: Wer Beschwerden hat, klärt sie ab, bevor er beginnt. Aber die häufigste Ursache eines verkürzten Rückschwungs im Frühjahr ist ein Winter ohne Bewegung und kein Technikfehler.

Woche 3 und 4: das kurze Spiel, das niemand übt

Der Teil, der sich auszahlt, und der, den alle überspringen. Chippen und Putten überstehen eine Pause besser als der volle Schwung, deshalb kommen zwei Wochen dort als Score auf dem Platz an. Eine Puttmatte zu Hause und zwanzig flache Roller pro Woche genügen.

Die Puttmatte leistet dabei genau eine Sache: Sie trainiert Bewegung und Startlinie. Für die Länge ist sie nutzlos, weil eine Matte exakt eine Geschwindigkeit hat und ein Golfplatz nicht. Nutzen Sie sie für Meterputts, mit einer Konsequenz: zehn in Folge vor dem Schlafengehen, bei jedem Fehlschlag von vorn.

Für die Chips braucht es kein Grün. Ein Eisen 8, eine ebene Fläche und zwanzig Wiederholungen der kurzen Bewegung mit sechzig Prozent Gewicht auf dem vorderen Fuß reichen aus, um im April dort anzufangen, wo Sie im Oktober aufgehört haben.

Woche 5 und 6: Distanzen und Bag

Zwei Range-Einheiten mit eigenen Bällen und einem Entfernungsmesser oder eine Stunde Indoor mit Launchmonitor ergeben eine Trageweitentabelle. Dann das Bag prüfen: glatte Griffe, ein Wedge mit fertigen Rillen und die Lücke unter dem Pitching Wedge. Alle drei kosten im März weniger € als im Juni, und die Werkstätten haben Zeit.

Notieren Sie die Trageweite und nicht die Gesamtweite, weil für eine Annäherung über einen Bunker nur zählt, wo der Ball landet. Und rechnen Sie den Frühjahrsabschlag ein: Bei acht Grad und weichem Boden verlieren alle Schläger gleichzeitig, die längeren mehr als die kürzeren, und ein Schläger mehr ist im März die Regel und nicht die Ausnahme.

Die Materialarbeiten vor der ersten Runde

  • Alles neu greifen, was glänzt.
  • Softspikes ersetzen, wenn die Spitzen rund sind, und den Spikeschlüssel ins Bag legen.
  • Das Bag vollständig ausleeren.
  • Loft und Lie der Eisen prüfen lassen, wenn sie mehrere Saisons alt sind.
  • Regenzeug, Ersatzhandschuh und Handtuch kontrollieren, bevor der erste nasse Vormittag kommt.

Das vollständige Ausleeren des Bags ist die unterschätzteste Position auf dieser Liste. Es kommen regelmäßig ein feuchtes Handtuch vom Oktober, ein durchgeweichter Handschuh, ein aufgeplatzter Energieriegel und drei Bälle mit sichtbaren Schnitten zum Vorschein, und alle vier wären im April im Spiel gewesen.

Buchen Sie die Stunde jetzt, nicht im Juni

Eine Schwungänderung braucht zwei bis drei Wochen, bis sie nicht mehr falsch wirkt, und im April kostet das nichts, weil noch keine Scores gezählt werden. Im Juli kostet es den Sommer. Die Kalender der PGA-Professionals sind im Frühjahr zudem leerer.

Buchen Sie einen Block von drei oder vier Terminen über sechs Wochen statt einer Einzelstunde. Der Pro sieht dann, was zwischen den Terminen hängen geblieben ist, und korrigiert die Umsetzung statt die Absicht. Und gehen Sie mit Übung, Ballzahl und Häufigkeit aus jeder Stunde heraus, nicht nur mit einem Gefühl.

Der Kalender, den Sie im Februar anlegen

Die Arbeit an den Schlägern ist die eine Hälfte, die Planung der Saison die andere, und beide fallen in dieselben Wochen.

Fragen Sie im Sekretariat nach dem Aerifizierungstermin. Die meisten deutschen Anlagen belüften im späten Frühjahr und noch einmal im Spätsommer, danach sind die Grüns zwei bis drei Wochen holprig, und niemand sollte die Clubmeisterschaftsqualifikation oder die Runde mit Gästen von weit her in dieses Fenster legen.

Notieren Sie im selben Zug die Termine, die Ihnen wichtig sind: Clubmeisterschaft, zwei oder drei offene Turniere fremder Anlagen, und, wenn Sie in einer Mannschaft spielen wollen, den Zeitpunkt, an dem die Mannschaften zusammengestellt werden. Das geschieht zwischen Dezember und Februar, und wer im Juni fragt, hört, dass die Saison läuft.

Und buchen Sie eine Startzeit für die erste Runde, jetzt und mit Datum. Der häufigste Grund, warum die Vorbereitung im März versandet, ist, dass es kein Datum gibt, auf das sie hinläuft.

Wo Sie das in Deutschland erledigen

Für die Beweglichkeit reicht das Wohnzimmer. Für Bälle im Februar und März sind die Indoor-Anlagen mit Simulator die verlässlichste Adresse, in fast allen deutschen Großstädten stundenweise buchbar und pro Box abgerechnet, also zu zweit halb so teuer. Öffentliche Ranges mit Ballverfolgung rund um München, Berlin, Hamburg und im Rheinland öffnen früh im Jahr und verkaufen Bälle ohne Mitgliedschaft.

Für die Werkstattarbeiten ist der Pro-Shop der eigenen Anlage der schnellste Weg: Die meisten PGA-Professionals wickeln Griffe, prüfen Lie und Loft und kürzen Schäfte direkt vor Ort. Auch manche Fachgeschäfte und die Fitting-Bereiche der großen Golfzentren übernehmen dasselbe, und im März sind dort die Termine noch zu bekommen, was ab April nicht mehr gilt.

Und für die ersten Runden auf Gras: Auf sandigen Böden, etwa in Brandenburg und Teilen Norddeutschlands, sind Plätze früh im Jahr bespielbar, häufig noch auf Wintergrüns. Rufen Sie vorher an, weil über das Spiel der Frost am Morgen entscheidet und nicht der Kalender.

Panxis Golf unterhält keine geschäftlichen Beziehungen zu den genannten Anlagen oder Händlern.

Die erste Runde ist keine Prüfung

Spielen Sie sie von einem Abschlag weiter vorne, ohne Karte, auf weichem Boden, auf dem nichts ausrollt. Es geht darum, vier Stunden über einen Platz zu gehen.

Rechnen Sie außerdem mit weichem Boden und kalter Luft: Ihre schöne Distanztabelle aus dem Simulator gilt bei acht Grad und nassem Fairway um fast einen Schläger weniger, und wer das in die ersten drei Löcher einrechnet statt es dort zu entdecken, hat die halbe Vorbereitung schon eingelöst.

Neun Löcher sind dafür genug und in vielerlei Hinsicht besser: Die Anlage ist am späten Nachmittag leer, der Körper hält durch, und die Runde endet, solange sie noch Spaß macht. Die gezählten Karten beginnen zwei Wochen später.

Der Plan in sechs Wochen

  • Woche 1 bis 2: Beweglichkeit und halbe Schwünge, nur kurze Eisen.
  • Woche 3 bis 4: Chippen und Putten, drei kurze Einheiten pro Woche.
  • Woche 5 bis 6: Trageweiten, Bag-Kontrolle, neue Griffe.
  • Jederzeit: einen Block Stunden buchen, solange der Kalender offen ist.

Nichts davon ist schwierig und alles ist langweilig, weshalb jene, die es tun, mit zwei Schlägen Vorsprung starten. Es kostet zusammen etwa zwei Stunden pro Woche über sechs Wochen, und es ist der einzige Vorsprung im Golf, den man sich ohne Talent und ohne Geld verschaffen kann.

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